Bruno Grenz - mein Neuanfang in Brasilien

Ich bin Jahrgang 1974, Einzelkind, kinderlos und habe schon sehr lange keinen Kontakt mehr zu den Mitgliedern meiner Familie. Nach dem Abitur und einer Schlosserlehre im Nordosten des Bundeslandes Brandenburg ging ich meinen eigenen Lebensweg. Ich zog in die deutsche Hauptstadt, dort hielt ich mich sowieso schon jedes Wochenende auf. Sofort fand ich eine feste Freundin. Sie war eine gebürtige Ukrainerin und wahrscheinlich begann genau so meine Leidenschaft für das Exotische.

 

Außerdem reiste ich nun immer öfter in der weiten Welt umher und schon bald kannte ganz Europa. Irgendwann kam es, wie es kommen musste: Der alte Kontinent hatte seinen Reiz für mich verloren und ich verreiste in noch fernere Länder, u.a. nach Brasilien. Dorthin zog es mich nämlich schon lange, weil ich jetzt immer öfter in brasilianischen Restaurants essen ging und jedes Mal mehr von der Schönheit der brasilianischen Frauen begeistert war.

 

Dieses Gefühl steigerte sich mit jeder Reise nach Brasilien und irgendwann hatte ich die Nase voll von Deutschland. Ich fing an, meine Auswanderung Stück für Stück vorzubereiten. Schnell wurde mir dabei klar, dass ich dazu einen nicht üblichen Weg gehen muss. In Brasilien habe ich keine Verwandten, keinen Job und auch keine Bleibe.Geldreserven besaß ich ebenfalls keine. Dafür aber viel Fachwissen über Brasilien und gute Kenntnisse der portugiesischen Sprache.

 

Anfang 2008 war es dann endlich so weit, ich heiratete eine brasilianische Frau und wanderte nach São Paulo aus! Jene fünfeinhalb Jahre hier waren die glücklichsten in meinem bisherigen Leben. Darum habe ich auch im Dezember 2011 die deutsche Staatsbürgerschaft aufgegeben und bin jetzt ein echter Brasileiro. Hier werde ich nun den Rest meines Lebens verbringen und genau hier möchte ich auch sterben.

 

Nach Deutschland noch einmal zurückkehren? Nicht einmal im Sarg!